Archiv für den Monat: Juli 2014

insidePP – erste Einblicke in die “Progressive Plattform” der #Piraten – knallhart-straff-hierarchisch

Progressive PlattformSeit der Gründung der so genannten “Progressiven Plattform” steht die Abspaltung der Piratenpartei unter genauer Beobachtung von Kritikern. Doch bisher konnten nur wenige Informationen über die interne Organisation der Progressiven Plattform (PP) an die Öffentlichkeit gelangen. Anders als bei der Piratenpartei hält sich die PP über Führungsfiguren und Transparenz interner Strukturen bedeckt. Dies offenbar aus gutem Grund, wie jetzt erste Einblicke in die PP zeigen, die von einem anonymen Noch-Mitglied der PP nun an die Öffentlichkeit gebracht wurden. Das Mitglied, das unter dem Namen “insidePP” auftritt, berichtet von knallharten sektenartigen Strukturen innerhalb der Progressiven Plattform. Bekannt war bisher, dass ein potentielles Mitglied der PP mehrere Bürgen vorbringen musste um Mitglied werden zu können. Was Neumitglieder nicht wissen: die Progressive Plattform besteht aus mehreren so genannten “Ebenen”, an deren Spitze ein geschlossener Zirkel von Piraten hauptsächlich aus Berlin steht.

“Die unteren Ebenen werden als Melkkühe angesehen”

Schon um in die unterste Ebene der Progressiven Plattform (oder auch “Die Plattform” wie Mitglieder sie nennen) aufgenommen zu werden müssen sich potentielle Mitglieder unter Beweis stellen. “Ein im Sinne der Plattform astreiner Leumund reicht meist nicht aus um aufgenommen zu werden, es sei denn Jemand von den höheren Ebenen erkennt eine klare Nützlichkeit des Neumitglieds.”, erklärt insidePP in einer ersten Stellungnahme.

Organisationsstruktur wie bei einer Etagere: "Die Plattform"
Organisationsstruktur wie bei einer Etagere: “Die Plattform”

“Neumitgliedern wird klar gemacht, dass von ihnen eine Spende erwartet wird im Gegenzug für die Bürgeleistung.”, so der Whistleblower weiter. Die Plattform gehe dabei mit sanftem psychologischen Druck vor. Der potentielle Bürge habe auch Geld gegeben, und schließlich wolle doch das Neumitglied nicht unsolidarisch sein. Dabei wissen die untersten Mitglieder nichts über die weiteren Strukturen oder gar eigentlichen Ziele der Plattform. “Menschen werden mit dem WIR-Gefühl geködert, dabei gehen die Verantwortlichen äußerst akribisch vor.

Gründung der Progressiven Plattform - alles nur Theater? CC BY SA 3.0 Florian André Unterburger
Gründung der Progressiven Plattform – alles nur Theater? CC BY SA 3.0 Florian André Unterburger

Jedes Neumitglied wird professionell analysiert und je nach seiner Motivation positiv bestätigt.” Dazu gehöre auch der Gründungsmythos der Plattform. Die angeblich spontane “Gründung in der Lobby” beim Parteitag in Halle folgte tatsächlich einem genauen Plan mit Drehbuch und Protagonisten. “Ich kann mich gut an die Generalprobe erinnern.”

“Piraten werden sich über die Enthüllungen die Augen reiben”

insidePP verspricht bei seinen Enthüllungen “derart bizarre Informationen, dass kaum Jemand sie glauben würde, wenn ich sie nicht beweisen könnte.” Das quasi-religiöse Konstrukt, das die Führungsriege für die höheren Ebenen entworfen habe, sei ein bizarrer Erlösungsmythos, der den Mitgliedern höherer Ebenen nach einer gründlichen Gehirnwäsche eingepflanzt werde. Bestandteil dieses “Aufstiegs” seien verschiedene fremdartige Rituale, deren Ziel es sei, jeden Apsket einer Person auf seine Rolle bei der Plattform auszurichten. Als Beispiel nennt insidePP ein frisch verliebtes Paar, das zusammen in die Plattform aufgenommen wurde, unter nur unter Zustimmung aus der Führungsclique und unter deren Augen das so genannte PIV (Penis-In-Vagina) vollziehen durfte.

“Und zur Sicherung der Macht// ein Dienst der Alle überwacht”

(aus: Pinky und Brain, der Diktatorsong)

Besonders akribisch geht den Informationen zufolge der “Infodienst” der Plattform vor. Dabei handelt es sich quasi um einen privat organisierten Geheimdienst in der Plattform, der deutlich älter ist als die Plattform selbst, und fast so alt wie die Piratenpartei selbst. “Man könnte sagen, dass von dem ‘Infodienst’ die eigentliche Gründung der Plattform ausging”. Dabei sammele der Dienst alle Daten die er nur bekommen könne. Auf verschiedenen verschlüsselten Servern weltweit sei beinahe das komplette Mailinglistenarchiv der gesamten Piratenpartei archiviert. “Der Infodienst hat Zugriff auf mehrere Millionen Emails von Piratenmailinglisten. Man könnte sagen: alles, was je auf einer Mailingliste geschrieben wurde, liegt in den Archiven des Infodienstes.” Doch damit nicht genug: auch in den sozialen Netzwerken seien spätestens seit 2010 Crawler unterwegs, die stets alles mögliche über Piraten und deren Angehörige und Freunde einsammeln. Ein besonderes Interesse bestehe auch an Mumble-Sitzungen und deren teilweise handgefertigten Abschriften. Derzeit sucht der Whistleblower insidePP den Weg aus der Plattform, dies gestalte sich jedoch als äußerst schwer. “Quasi mein gesamter Freundeskreis und auch große Teile meiner Familie bestehen aus Plattformern, ich werde die Brücken hinter mir abreißen müssen. Aber vorher habe ich mir geschworen möglichst viele Informationen über die Plattform herauszuschleusen.”

“Als wäre mein Körper ein Stück Fleisch” – die Cockpornpiraten im Interview mit Julia Schramm

CPP: Julia, Du bist eine der VorkämpferInnen für die Feminisierung der  Piratenpartei. Dabei warst Du stets heftigen Angriffen ausgesetzt. Warum ist das Thema so wichtig ?

Julia: Die Zustände in der Piratenpartei waren himmelschreiend frauenfeindlich. PiratInnen war es verboten, auf ihr Geschlecht zu verweisen. Die Frauen wurden und werden noch immer brutal unterdrückt und diskriminiert. Sie mussten jedem Vorstand in jeder Hinsicht zu Willen sein und wurden dafür auch an Mandatsträger unter der Hand “vermietet”.
Vielen frühen Piraten war die schiere Existenz von Frauen unangenehm. Einmal, ich kam zu einem Stammtisch von PiratInnen, unterhielten sich alle angeregt. Alles Männer, klar. Da kam ich ihn den Raum rein und es wurde auf einmal total still und diese ganzen NerdInnen gafften mich an als hätten sie noch nie eine Frau gesehen. Es war demütigend. Inzwischen wissen viele PiratInnen: eine Frau anzuschauen kann Vergewaltigung sein.

CPP: Was konntest Du durch Deine Arbeit erreichen ?

Julia: Es war sehr schwer, die UnterdrückerInnen vom frauenfeindlichen, ja menschenverachtenden Umgang abzubringen. Darum habe ich zuerst die JugendlichInnen belehrt. Die Jungen PiratInnen haben auch sehr schnell verstanden wie wichtig es ist, die armen Frauen vor der bösen Männermacht zu schützen. Die waren auch viel offener für die Problemstellungen von victim blaming, political correctness und feminime WeltanschauIn.
Auch haben sich die JuPis immer gegen Dinge wie Blackfacing und Mackerterror gestellt, was ich besonders hervorheben möchte.

CPP: Woran waren die Veränderungen zu erkennen ?

Julia: Von dem Tag an, als die PiratInnen zur eigenen Weiblichkeit stehen
konnten, verschwand über Nacht jede Diskrimierung und alles war
wunderschön. Leider musste ich dann zu einer Lesereise aufbrechen, um
mein neues Buch zu promoten und prompt ging alles drunter und drüber.

CPP: Du bist dann aus der Partei ausgetreten ?

Julia: Ja, es war einfach unerträglich geworden, schlimmer als je zuvor.
PiratInnen wurden damals noch übler missbraucht. Sie mussten Frondienste
leisten und hatten keine Fürsprache mehr. Das war einfach zuviel für
mich, ich hatte einfach keine Kraft mehr. Auch die Übergriffe der Männer wurden immer unerträglicher. Auf dem vorletzten Parteitag wurde ich von einem Landesvorsitzenden aus dem Norden angesprochen, ob ich nicht Lust hätte in der AG Piratenswinger mitzumachen!

Landesvorsitzender aus dem Norden  (Symbolbild; ähnlichkeiten zufällig)
Landesvorsitzender aus dem Norden
(Symbolbild; ähnlichkeiten zufällig)

Als wäre mein Körper ein Stück Fleisch das einer Horde notgeiler Männer zur Verfügung steht und das auch noch ohne mein übliches Honorar, darüber war ich besonders empört!

 

 

 

 

 

CPP: Aber dann bist Du doch wieder eingetreten ?

Julia: Meine Hoffnung war, dass der von den starken
reaktionär-maskulinistischen Kräften angezettelte Putsch gegen unseren
Bundesvorstand auf dem aBPT von der Partei zurückgewiesen werden würde,
denn die PiratInnen sind ja die TrägerInnen der wahren Wahrheit. Leider
waren die verlogenen Kräfte des Bösen stärker und unsere
VorständlerInnen hatten auch keine Kraft mehr, es war einfach zum
Verzweifeln, so kalt gestellt worden zu sein von diesen miesen
AusbeuterInnen-SchweinInnen.

CPP: Julia, du bist für legale Abtreibungen bis in den 9. Schwangerschaftsmonat – wie kannst du denn so etwas ethisch rechtfertigen?

Julia: Das habe ich so nie gesagt: Ich bin für legale Abtreibungen bis in den Neunten Monat, die Einschränkung auf Schwangerschaftsmonate kam nicht von mir. Und die Ethik ist klar: sobald sie selbstständig weglaufen können sollte frau sie nicht mehr abtreiben dürfen. MütterInnen sollen vor allem selbstbestimmt sein, KinderInnen sind da nicht wirklich wichtig.

CPP: Welche Zukunftschance hat die Piratenpartei und wie kann sie an
Glaubwürdigkeit gewinnen?

Julia: Die PiratenparteiIn hat in diesem Zustand keine Chance. Die
PiratenparteiIn hat mit der Enttarnung einer Antifa-AktivistIn gegen
ihren Anspruch auf AnonymitätIn und DatenschutzIn massiv verstoßen. Und
nicht zu vergessen ist die so genannte OrgastreikIn, bei dem die
VerwaltungInnen aus politischen GründInnen die InfrastrukturIn
abgeschaltet haben. Damit wurde soviel GlaubwürdigkeitIn verspielt, wie
sie meiner Meinung nach nicht mehr wiederherzustellen ist. Nicht
zuletzt, weil BeteiligtInnen an dieser politischen Erpressung mit
wehenden Fahnen in die neue BundesvorstandIn gewählt wurden.

CPP: Warum bist Du jetzt wieder aus der Partei ausgetreten?

Julia: Spätestens mit der Veröffentlichung meines Buches Ende 2012 und dem
folgenden Shitstorm war mir dann klar, dass das Ding eigentlich tot ist.
BeleidigungInnen, BedrohungInnen und DenunziationInnen waren die
FolgInnen. Besonders von PiratInnen. Es kam zur BruchIn. Viele
PiratInnen waren plötzlich GefolgsleutInnen der BILD-Zeitung und
unterstützten die DemontagIn, haben sich plump und feige mir gegenüber
verhalten.

Stets passend gekleidet:  Julia Schramms "Bomber Harris Wunderbar" Spaghettitop
Stets passend gekleidet:
Julia Schramms “Bomber Harris Wunderbar” Spaghettitop

Und dann kam das Bombergate. Die Reaktionen darauf haben mich tief
erschüttert. Da wurde NPD-VokabularIn bedient, GeschichtsrevisionismusIn
betrieben, ich meine wir reden hier von der 2. WeltkriegIn! Soviel
UnwissInnen, IgnoranzInnen, GeschichtsrevisionismusInnen und braune
GedankengutIn habe ich dann nicht mehr ertragen.
Zu der ParteitagIn in Halle bin ich dann nochmal eingetreten, da ich die
Hoffnung hatte, dass vielleicht doch die emanzipatorischInnen, linkInnen
KandidatInnen eine Chance haben. TjaIn.

CPP: Was kritisierst Du am meisten an der Piratenpartei ?

Julia: Am schlimmsten sind die Männerbünde. Die PiratInnen brauchen
Vorstände, die zu 100% aus Frauen oder weiblich SozialisiertInnen bestehen, denn die reinen Männervorstände haben die Partei in den Abgrund geführt.

CPP: Welche Zukunftsprognose wagst Du und wo steht Deines Erachtens die
Partei in 15 Jahren?

Julia: Das kann in meinem neuen Buch: “Der PiratInnenschwindel” nachgelesen
werden. Die E-BookausgabIn wird mit 10% RabattIn erhältlich sein, das
konnte ich bei meinen VerlegerInnen aushandeln.

[Anmerkung der Redaktion: Auf Wunsch von Frau Schramm wurden ihre Antworten in der Textform des Interviews “durchgegendert”.]

#Listengate der #Piraten – Simon Lange im Exklusionsinterview: “Ich führe Gesinnungslisten”

Er hat abgespeichert, er hat gescreenshotet, er hat ausgewertet. Simon Lange, für Viele die personifizierte NSA auf Twitter. Wir haben ihn im Exklusionsinterview und fragen: warum die Gesinnungslisten, und warum die Öffentlichmachung der Daten?

CPP: Simon Lange, herzlichen Glückwunsch zum #Listengate. Ich hoffe du bist stolz auf dich?

SL: Danke sehr. Ja, es war ein großer Kraftakt.

CPP: Was war der wirkliche Grund für die massenhafte Abschnorchelung von Tweets durch dich?

SL: Dafür muss ich etwas ausholen. Es fing damit an, dass gewisse Elemente im Landesverband Berlin…
[8 Minunten Monolog entfernt, Anm. der Redaktion]
… und das war der Grund.

CPP: Jetzt verarsch uns nicht. Den Stuss glaubt doch keiner. Was war der wirkliche Grund? Warum führst du diese Gesinnungslisten?

SL: Ich führe Gesinnungslisten, weil… *lacht* kleiner Spaß. Natürlich bin ich auch ein wissenschaftlich interessierter Mensch. Schon vor Jahren hatte ich Kontakt zu Netzsoziologen von der HU Berlin. Vor gut einem  Jahr habe ich einige von ihnen wiedergetroffen, und die wollten ein Projekt zur Twitteranalyse machen. Da kam mir die Idee.

Institut für Netzsoziologie HU Berlin
Institut für Netzsoziologie HU Berlin an der Normannenstraße

CPP: Die HU Berlin fördert also Projekte zur Gesinnungskontrolle?

SL: Ja, aber Gender Studies haben nichts mit Netzsoziologie zu tun. Bei der Twitteranalyse ging es darum, Parallelen zwischen Accounts aufzuzeigen. Ursprünglich wollten wir abgeschottete thematische Nähe zwischen verschiedenen Accounts aufzeigen.  Das, was man neudeutsch “Filterbubble” nennt.

“Wir haben uns nur sprachlos angesehen.”

SL: Allerdings sind wir auf etwas gestoßen was wir nicht erwartet haben. Und zwar auf eine Methode zur Enttarnung von Fakeaccounts auf Twitter. Viele Benutzer führen noch weitere Accounts, oft um zu verleumden oder zu beschimpfen.

CPP: Und was ist das für eine Methode?

SL: Wir nennen es LPK – das Lange-Plagge-Korrelationsverfahren. Das Verfahren besteht aus zwei Teilen: Das Langeverfahren betrachtet die Korrelation der Postings verschiedener Accounts im Stundentakt.  Das Plaggeverfahren macht genau das Gegenteil, achtet auf die Dauer und den Zeitpunkt der Twitter-Nichtbenutzung, also der Pausen.

CPP: Und das soll wirken?

SL: Wir haben Trefferraten, die an 99% heranreichen. Je länger die Betrachtungsdauer, desto höher die Genauigkeit. Damit nicht genug: im darüber hinaus gehenden LPKplus Verfahren werden Stördaten wie z.B. erkennbar vorgeplante Tweets mit ausgeblendet.

Wir haben herausgefunden: @ekelias ist Niemand anderes als…

CPP: Und was ist mit der praktischen Anwendung des Verfahrens? Was habt ihr herausfinden können?

SL: Wir haben Tweets von über 25000 Twitternutzern aus dem Dunstkreis der Piraten einer Analyse unterzogen und dabei einen Zeitraum von 16 Monaten betrachtet. Außerdem haben wir das neue, verbesserte LPKplus angewendet. Wir haben herausgefunden: @ekelias kann Niemand anderes sein als Peter Laskowski alias @kpeterlBW.

Ist dieser Ekelaccount...
Ist dieser blutrünstige Ekelaccount…
... in Wirklichkeit Peter Laskowski, ehemaliges Landesvorstandsmitglied der Piraten Baden-Württemberg?
… in Wirklichkeit Peter Laskowski, ehemaliges Landesvorstandsmitglied der Piraten Baden-Württemberg?

CPP: Und warum die Veröffentlichung der gesammelten Daten?

SL: Um zu zeigen was da noch geht. Was ich bisher gezeigt habe war nur die Spitze des Eisberges. Ich habe genug Kompromat gesammelt um jeden Piraten von heute auf Morgen zu vernichten. Ich sitze auf einer Atombombe an kompromittierendem Material.

CPP: Und welcher Seite wirst du diese mächtige Waffe zur Verfügung stellen?

SL: Das ist letztendlich wie alles eine Frage des Geldes.

CPP: Herr Lange, wir danken für das Gespräch.