“Als wäre mein Körper ein Stück Fleisch” – die Cockpornpiraten im Interview mit Julia Schramm

CPP: Julia, Du bist eine der VorkämpferInnen für die Feminisierung der  Piratenpartei. Dabei warst Du stets heftigen Angriffen ausgesetzt. Warum ist das Thema so wichtig ?

Julia: Die Zustände in der Piratenpartei waren himmelschreiend frauenfeindlich. PiratInnen war es verboten, auf ihr Geschlecht zu verweisen. Die Frauen wurden und werden noch immer brutal unterdrückt und diskriminiert. Sie mussten jedem Vorstand in jeder Hinsicht zu Willen sein und wurden dafür auch an Mandatsträger unter der Hand “vermietet”.
Vielen frühen Piraten war die schiere Existenz von Frauen unangenehm. Einmal, ich kam zu einem Stammtisch von PiratInnen, unterhielten sich alle angeregt. Alles Männer, klar. Da kam ich ihn den Raum rein und es wurde auf einmal total still und diese ganzen NerdInnen gafften mich an als hätten sie noch nie eine Frau gesehen. Es war demütigend. Inzwischen wissen viele PiratInnen: eine Frau anzuschauen kann Vergewaltigung sein.

CPP: Was konntest Du durch Deine Arbeit erreichen ?

Julia: Es war sehr schwer, die UnterdrückerInnen vom frauenfeindlichen, ja menschenverachtenden Umgang abzubringen. Darum habe ich zuerst die JugendlichInnen belehrt. Die Jungen PiratInnen haben auch sehr schnell verstanden wie wichtig es ist, die armen Frauen vor der bösen Männermacht zu schützen. Die waren auch viel offener für die Problemstellungen von victim blaming, political correctness und feminime WeltanschauIn.
Auch haben sich die JuPis immer gegen Dinge wie Blackfacing und Mackerterror gestellt, was ich besonders hervorheben möchte.

CPP: Woran waren die Veränderungen zu erkennen ?

Julia: Von dem Tag an, als die PiratInnen zur eigenen Weiblichkeit stehen
konnten, verschwand über Nacht jede Diskrimierung und alles war
wunderschön. Leider musste ich dann zu einer Lesereise aufbrechen, um
mein neues Buch zu promoten und prompt ging alles drunter und drüber.

CPP: Du bist dann aus der Partei ausgetreten ?

Julia: Ja, es war einfach unerträglich geworden, schlimmer als je zuvor.
PiratInnen wurden damals noch übler missbraucht. Sie mussten Frondienste
leisten und hatten keine Fürsprache mehr. Das war einfach zuviel für
mich, ich hatte einfach keine Kraft mehr. Auch die Übergriffe der Männer wurden immer unerträglicher. Auf dem vorletzten Parteitag wurde ich von einem Landesvorsitzenden aus dem Norden angesprochen, ob ich nicht Lust hätte in der AG Piratenswinger mitzumachen!

Landesvorsitzender aus dem Norden  (Symbolbild; ähnlichkeiten zufällig)
Landesvorsitzender aus dem Norden
(Symbolbild; ähnlichkeiten zufällig)

Als wäre mein Körper ein Stück Fleisch das einer Horde notgeiler Männer zur Verfügung steht und das auch noch ohne mein übliches Honorar, darüber war ich besonders empört!

 

 

 

 

 

CPP: Aber dann bist Du doch wieder eingetreten ?

Julia: Meine Hoffnung war, dass der von den starken
reaktionär-maskulinistischen Kräften angezettelte Putsch gegen unseren
Bundesvorstand auf dem aBPT von der Partei zurückgewiesen werden würde,
denn die PiratInnen sind ja die TrägerInnen der wahren Wahrheit. Leider
waren die verlogenen Kräfte des Bösen stärker und unsere
VorständlerInnen hatten auch keine Kraft mehr, es war einfach zum
Verzweifeln, so kalt gestellt worden zu sein von diesen miesen
AusbeuterInnen-SchweinInnen.

CPP: Julia, du bist für legale Abtreibungen bis in den 9. Schwangerschaftsmonat – wie kannst du denn so etwas ethisch rechtfertigen?

Julia: Das habe ich so nie gesagt: Ich bin für legale Abtreibungen bis in den Neunten Monat, die Einschränkung auf Schwangerschaftsmonate kam nicht von mir. Und die Ethik ist klar: sobald sie selbstständig weglaufen können sollte frau sie nicht mehr abtreiben dürfen. MütterInnen sollen vor allem selbstbestimmt sein, KinderInnen sind da nicht wirklich wichtig.

CPP: Welche Zukunftschance hat die Piratenpartei und wie kann sie an
Glaubwürdigkeit gewinnen?

Julia: Die PiratenparteiIn hat in diesem Zustand keine Chance. Die
PiratenparteiIn hat mit der Enttarnung einer Antifa-AktivistIn gegen
ihren Anspruch auf AnonymitätIn und DatenschutzIn massiv verstoßen. Und
nicht zu vergessen ist die so genannte OrgastreikIn, bei dem die
VerwaltungInnen aus politischen GründInnen die InfrastrukturIn
abgeschaltet haben. Damit wurde soviel GlaubwürdigkeitIn verspielt, wie
sie meiner Meinung nach nicht mehr wiederherzustellen ist. Nicht
zuletzt, weil BeteiligtInnen an dieser politischen Erpressung mit
wehenden Fahnen in die neue BundesvorstandIn gewählt wurden.

CPP: Warum bist Du jetzt wieder aus der Partei ausgetreten?

Julia: Spätestens mit der Veröffentlichung meines Buches Ende 2012 und dem
folgenden Shitstorm war mir dann klar, dass das Ding eigentlich tot ist.
BeleidigungInnen, BedrohungInnen und DenunziationInnen waren die
FolgInnen. Besonders von PiratInnen. Es kam zur BruchIn. Viele
PiratInnen waren plötzlich GefolgsleutInnen der BILD-Zeitung und
unterstützten die DemontagIn, haben sich plump und feige mir gegenüber
verhalten.

Stets passend gekleidet:  Julia Schramms "Bomber Harris Wunderbar" Spaghettitop
Stets passend gekleidet:
Julia Schramms “Bomber Harris Wunderbar” Spaghettitop

Und dann kam das Bombergate. Die Reaktionen darauf haben mich tief
erschüttert. Da wurde NPD-VokabularIn bedient, GeschichtsrevisionismusIn
betrieben, ich meine wir reden hier von der 2. WeltkriegIn! Soviel
UnwissInnen, IgnoranzInnen, GeschichtsrevisionismusInnen und braune
GedankengutIn habe ich dann nicht mehr ertragen.
Zu der ParteitagIn in Halle bin ich dann nochmal eingetreten, da ich die
Hoffnung hatte, dass vielleicht doch die emanzipatorischInnen, linkInnen
KandidatInnen eine Chance haben. TjaIn.

CPP: Was kritisierst Du am meisten an der Piratenpartei ?

Julia: Am schlimmsten sind die Männerbünde. Die PiratInnen brauchen
Vorstände, die zu 100% aus Frauen oder weiblich SozialisiertInnen bestehen, denn die reinen Männervorstände haben die Partei in den Abgrund geführt.

CPP: Welche Zukunftsprognose wagst Du und wo steht Deines Erachtens die
Partei in 15 Jahren?

Julia: Das kann in meinem neuen Buch: “Der PiratInnenschwindel” nachgelesen
werden. Die E-BookausgabIn wird mit 10% RabattIn erhältlich sein, das
konnte ich bei meinen VerlegerInnen aushandeln.

[Anmerkung der Redaktion: Auf Wunsch von Frau Schramm wurden ihre Antworten in der Textform des Interviews “durchgegendert”.]

3 Gedanken zu „“Als wäre mein Körper ein Stück Fleisch” – die Cockpornpiraten im Interview mit Julia Schramm

  1. Unglaublich – Das dümmste was ich je gelesen habe – realitätsfremd als wenn die Welt nur aus “guten” Frauen und “bösen” Männern besteht. Absoluter Schwachsinn Frau Schramm – gut das Sie uns nicht mehr mit Ihrer Männerfeindlichkeit belästigen

  2. Ja, das ist ja schon alles schlimm, aber hätte sich Frau Schramm nicht so aufreizend angezogen, wäre das sicher nicht passiert… gerade diese Schrift auf dem Spaghettitop, welcher Nerd mit Sehschwäche kann die schon lesen, ohne die verzerrende Rundung durch eingehende Betrachtung herausrechnen zu können.

    Außerdem sind nicht alle Männer so, damit ist jedes Argument widerlegt.

  3. Sehr geehrte Frau Schramm_In,

    mit Freude in den Aug_Innen habe ich Ihr Interview gelesen. Ich finde es gut, dass Sie Ihre faschistische Talent_In nicht mehr bei den Pirat_Innen vergeuden wollen. Wir können Ihnen eine hochdotierte Job_In bei uns in der Partei_In anbieten.

    Ich möchte nicht verhehlen, dass die Diskussion_In über Ihre Aufnahme kontrovers vonstatten ging. Einige Rechts-Liberal_Innen meinten, Ihre Ansichten seien zu faschistisch für die NPD_In. Wir könnten aber die Abweichler_Innen ruhig stellen und haben sie derweil bei der AfD_In geparkt. Waren natürlich alles Männer_Innen. Frau_Innen geben sich nicht mit Schnullerfaschismus ab. Frau_Innen gehen aufs Ganze!

    Was Ihr Buch betrifft, so können wir Ihnen selbstverständlich anbieten, es über unsere Verlag_In herauszubringen. Dann brauchen Sie auch nicht 10 Prozent Nachlass_In gewähren. Wir entlohnen unsere Held_Innen wie es sich gehört.

    Wenn Sie Kontakt zu anderen Faschist_Innen bei den Pirat_Innen oder den JuPi_Innen haben, wir sind immer offen für echte Kämpfer_Innen, die gegen freies Denken und für Unterdrückung von Männer_Innen einstehen. Sie haben richtig erkannt, mit diesen Qualität_Innen, die Sie ja perfekt aufweisen, sind Sie bei den Pirat_Innen völlig fehl am Platz. Mit diesen Qualität_Innen gehören Sie zu uns, zur NPD_In!

    Sehr geehrte Frau Schramm_In, ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.

    Mit freundlichen Grüß_Innen,

    Herbert “die Feminist_In” von der Arie.

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